Geschichte der Acrylmalerei


Die Entwicklung der Acrylfarben war ein kleine Revolution

Acrylmalerei – 70 Jahre auf der Erfolgsspur

Acrylfarben sind heute im Bereich der Kunst und der industriellen Farben kaum mehr wegzudenken. Jeder, der sich mit Farben und Maltechniken beschäftigt, kennt diese vielseitig und einfach einzusetzenden Farben.



Die Geschichte der Acrylmalerei ist aber schneller erzählt, als man glauben mag.  Im Vergleich zur langen Historie der Ölfarben und Aquarellfarben ist sie wahrlich kurz.

Die Acrylfarbe wurden in den 1940er-Jahren erfunden und man konnte sie auch kurz darauf bereits in den USA kaufen. Allerdings dauert es noch ein paar Jahre bevor sie 1950 in die industrielle Produktion gehen und damit ihren weltweiten Siegeszug starten konnten.

Basis für die Entwicklung der Acrylfarben waren die ersten Kenntnisse zur Herstellung von Acrylharz in Deutschland um das Jahr 1915. Die Entdeckung der Lösbarkeit von Kunstharzen in organischen Lösemitteln ebnete den Weg zur Herstellung von Acrylharzdispensionen im großen Maßstab. Dabei spielte die US-amerikanische Firma Röhm und Haas eine führende Rolle.

Viele  moderne Künstler entdeckten sehr schnell die Vorteile der Acrylfarbe, besonders die schnelle Trocknung, einfache Verarbeitung und die Stabilität. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gibt es wohl kaum einen Künstler, der nicht wenigstens mit der neuen Farbe experimentiert. Schnell stellt sich auch heraus, dass neben den professionellen Künstlern besonders auch der Hobbybereich nach den Acrylfarben greift.

In den USA wurden die Weichen für die Acrylmalerei gestellt

Auch wenn der Mexikaner David Alfaro Siqueiros einer der ersten bekannten Künstler war, der mit Acrylfarben arbeitete so legte doch vor allem in den USA die neue Farbe einen schnellen und erfolgreichen Start hin.

Typische Beispiele sind die großen, abstrakten Bildern des US-amerikanischen Malers Morris Louis, der von1912 bis 1962 lebte.

David Hockney, einem britischen Maler und Grafiker, der lange Zeit in Kalifornien lebte, sieht man seinen frühen Bildern den schnellen Einfluss der Acrylmalerei an. Die Werke von Helen Frankenthaler, einer US-amerikanischen Malerin und bedeutenden Vertreterin des abstrakten Expressionismus, leben von den Acrylfarben.

Die Acrylmalerei ermöglicht sogar die Entstehung völlig neuer künstlerischer Richtungen. Gerade in den Bildern der Pop Art der 1960er-Jahre erkennt man das Potential und die Kreativität der aufkommenden Acrylmalerei, die nicht nur Andy Warhol und Roy Lichtenstein beflügelten. In ähnlicher Art verwendete der amerikanische Künstler Frank Stella die Acrylfarbe für eine Serie von monochromen Bildern zu farbig differenzierten Varianten.

Die Acrylfarbe beendete in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die sehr lange Geschichte der Vorreiterrolle der Ölfarbe.



Die Acrylfarbe findet ihren Weg nach Europa

In Europa sehnte man sich nach zwei katastrophalen Kriegen nach einem Neuanfang auf allen Ebenen. Dazu gehörte auch die Kunst. Die Acrylmalerei erlaubte völlig neue Ausdrucksmöglichkeiten und erweckte die Lust am Experimentieren.

Acrylfarben wurden dann ab Ende der 50iger-Jahre zuerst in England verwendet, vor allem von Künstlern wie Mark Lancaster Richard Smith, Bridget Riley und David Hockney, der aus den USA zurückkehrte.

Fotorealistische Malerei

In den 60er und 70er-Jahre malten einige bekannte Künstler Acrylbilder auf der Basis von Fotos. Zu ihnen gehören u.a. die amerikanischen Künstler Richard Estes und Chuck Close. Es entstanden riesige Porträts und Straßenszenen, die dem originalen Fotomotiv extrem ähnlich waren, allerdings kraftvoll und meisterhaft gemalte Bilder waren.

Diesen fotorealistischen Kunstwerken folgten eine ganze Reihe von Malern und auch der Hobbybereich entdeckte diese Richtung für sich.

In den späten 70er-und frühen 80er-Jahren erlebte die Kunstwelt eine Rückkehr zu expressiven, persönlichen Bildern. K. H. Hödicke (*1938) konfrontierte den Betrachter in seinen Bildern mit Themen aus der Die 90er-Jahre sind von einer Wendejüngsten deutschen Geschichte. In den USA verfolgte Jim Nul:t'( *1938) einen ganz eigenständigen Stil.

Die abstrakte Acrylmalerei

Die 90er-Jahre sind von einer Wende zur figurativen Malerei geprägt.

Dazu kommt das Aufblühen der abstrakten Malerei. Acryl ist fester Bestandteil der abstrakten Malerei. Alle heutigen Maler sind im Prinzip von den Pionieren der Acrylmalerei beeinflusst, auch wenn sie im Laufe ihrer Schaffenszeit eine völlig eigene Technik entwickelten.

Wo geht die Reise der Acrylmalerei hin?

Die Acrylmalerei stand von Beginn an für Innovation und Veränderung. Die Acrylfarben haben in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts die westliche Kunst revolutioniert. Dies geschah in wahnsinniger Geschwindigkeit und das Ende der Geschichte der Acrylmalerei ist noch lange nicht geschrieben.

Alle Fortschritte in der Pigment- und Kunstharz-Technologie führen dazu, dass Acrylfarben auch heute immer noch besser und einfacher verwendbar werden. Je länger sie existieren , desto besser werden sie.




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