Strukturpasten


Acrylfarben sind von ihren Eigenschaften her ideal für die Gestaltung von vielfältigen Oberflächenstrukturen geeignet. Schon durch Auftragen mehrerer Schichten bzw. größerer Mengen von Farben auf kleinen Flächen kann man interessante Gestaltungsmöglichkeiten erzielen.

Diese Gestaltungsspielräume der Acrylfarben können aber durch die Verwendung von Strukturpasten noch einmal deutlich erweitert werden. Es werden Auftragstechniken und Maltechniken möglich und einfach realisierbar, von denen die alten Künstler vergangener Jahrhunderte nur träumen konnten. Solche Strukturpasten sind in der Regel farbneutrale Pasten oder Gele, die verschiedene Zusatzstoffe enthalten können. Diese Auswahl an Strukturpasten vergrößert sich fast ständig. Die Hersteller von Acrylfarben haben nun fast durchgängig auch ein Angebot an Strukturpasten in ihr Portfolio aufgenommen. Vor Jahren eher als Ladenhüter eingestuft sind solche Pasten heute fester Bestandteil in Ateliers von professionellen Malern und Hobbykünstlern.


Die in den Strukturpasten verwendeten Zusatzstoffe reichen von Bimssteinpartikeln über sandartige Stoffe bis hin zu kleinen Glaskügelchen, Fasern und Granulaten. Strukturpasten geben den Werken nicht nur eine dreidimensionale Oberflächenstruktur in der gewünschten Form, sondern kann auch die Oberflächenreflektion stark verändern. Damit kann man einem Kunstwerk zum Beispiel zu glänzenden oder stumpfen Oberflächen verhelfen und dies auch partiell unterschiedlich anwenden.

3D-Effekte lassen sich besonders gut bei der Verwendung von Strukturpasten mit Quarzsand erzielen. Die Körnigkeit, die durch Materialien von Feinsand bis Grobsand definiert wird, entscheidet auch über die Modelliereigenschaften der Pasten. Je grobkörniger die Paste ist umso schwieriger wird das Modellieren von Strukturen.

Die Strukturpasten können aber nicht nur selbst zur Gestaltung der Oberfläche eingesetzt werden. Ihre Eigenschaften wie die hohe Klebekraft und kompakte Konsistenz können auch zum Einbetten von anderen größeren Gestaltungsmaterialien aus Natur und Werkstatt wie Glasstücken, Steinen und Muscheln genutzt werden.

Genauso können aber auch einfache oder komplexe Muster als Abdruck in die leicht angetrockneten Strukturpasten gebracht werden oder gleich Materialien wie Netze oder Faserstoffe unter die Oberfläche eingebunden werden.

Typische Werkzeuge zum Auftragen der Strukturpasten sind Malspachtel und Malmesser. Aber auch klassische Pinsel kommen zur Verwendung, besonders auch bei Techniken wie dem sogenannten Granulieren bzw. Überbürsten der Oberflächenstruktur mit fast trockener Farbe.

Bei der Nutzung von Strukturpasten ist zu beachten, dass dickere Schichten bzw. grobe Oberflächenstrukturen auch ein gewisses nicht zu vernachlässigendes Gewicht erzeugen. Bis auf die Leichtstrukturpasten, bei denen 100 ml durchaus noch unter 50 g wiegen können, bewirken die anderen Strukturpasten einen deutlichen Zuwachs von Gewicht auf dem Malgrund. Dazu kommen noch eventuell eingebettete Materialien. In Summe bedingen diese Techniken dann auf jeden Fall stabile Untergründe wie Holz oder feste Leinwände. Für Arbeiten auf Malpappen oder Papier sind diese Maltechniken dann eher ungeeignet.

Strukturpasten sind in der Regel wasserverdünnbar und dadurch können die zur Verarbeitung verwendeten Werkzeuge wie Spachtel oder Pinsel auch wieder einfach gereinigt werden. Die Strukturpasten haben selbst schon einen Wasseranteil. der sich so zwischen 25 – 35 % bewegt. Durch das Verdunsten des Wassers nach dem Auftragen der Strukturpaste verringert sich natürlich das Volumen und damit die Dicke der aufgetragenen Schicht. Dies muss man bei der Arbeit mit solchen Pasten mit einkalkulieren. Das Trocknen scheint auf den ersten Blick in wenigen Stunden abgeschlossen zu sein. Bei vielen Materialien ist der Trocknungsvorgang aber erst nach 2 – 4 Wochen wirklich vollständig abgeschlossen.

Man kann leicht sehen, dass Strukturpasten und Strukturgele eine wirkliche Bereicherung für Künstler und Maler sind, egal ob sie im professionellen oder Hobbybereich unterwegs sind.

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