Airbrush


Airbrush – Kreativität und Spaß mit Farben

Die Spritzpistole und das Versprühen von Farben hat vor einigen Jahrzehnten in die Welt des Modellbaus, den Hobbies rings um das Auto, aber auch in die Bereiche der Kunst und der Illustration Einzug gehalten.

In der Airbrush-Technik vereinen sich die Vorzüge von Technik, Kreativität und Experimentierfreude mit dem Ergebnis fantastischer und photo-realistischer Kunstwerke.

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Airbrush – eine Mischung aus Technik, Kreativität und Kunst

Woher stammt der Begriff Airbrush?

Wenn man das englische Wort Airbrush wörtlich übersetzt dann würde es sinngemäß Luftpinsel oder Luftbürste heißen. Der Begriff Luftpinsel beschreibt es im Prinzip auch gar nicht schlecht, zumal bei der Airbrush-Technik die verwendete Farbe mittels Druckluft bzw. komprimierter Luft über eine Düse auf das Objekt oder dem Malgrund aufgebracht wird.
Die Freiheitsgrade zur Erzielung eines bestimmten Effekts oder Erscheinungsbildes liegen beim Airbrush in Größe und Art der Düse, dem Abstand zur Bildfläche und natürlich der Wahl von Art und Pigmentierung der verwendeten Farben.

Seit wann gibt es diese Technik?

Man mag es kaum glauben, aber die Idee zum Aufbringen von Farbe mit Hilfe einer Spritzpistole ist schon über 130 Jahre alt. Der Brite Charles Burdick hatte bereits 1893 diesen Gedanken und ließ sich in Folge eine ganze Reihe damit zusammenhängender Varianten patentieren. Er bekam die Patente zwar anerkannt und zugewiesen, aber interessanterweise hatte er Probleme in der Anerkennung seiner damit ausgeführten Werke im Kreis von Künstlern. So hat Charles Burdick die Grundlagen für die Airbrush-Technik gelegt, auch wenn er diese Kunsttechnik wahrscheinlich nicht so genannt hatte.

Die eigentliche Airbrush-Pistole hat aber dann Francis Edgar Stanley im Jahr 1876 patentieren lassen.

Durchgesetzt hat sich Airbrush aber erst in den letzten Jahrzehnten. Besonders der Fotorealismus, der ab 1970 einen Teil der Kunstszene eroberte, brachte den Durchbruch dieser Technik. Es wurden aber nicht nur Abbilder der Realität möglich, sondern gerade die Science-Fiction und Fantasy-Szene gewann mit der Airbrush-Technik die richtige Basis für ihre Themen.

Ist Airbrush eine Form der Kunst?

paintbrush-auge-rechtsIn Industrie und Modellbau sind die Techniken mit Spritzpistole und Druckluft nicht mehr wegzudenken. In der Kunstszene ist sie in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ein großes Thema gewesen, als der amerikanische Photorealismus seine Blüte hatte. Allerdings ist sie seitdem als Maltechnik nicht mehr wirklich groß in Erscheinung getreten und auch nicht von allen Künstlern akzeptiert worden.

Gründe sind nicht einfach zu finden. Es mag der fehlende direkte Kontakt zwischen Malgrund und Werkzeug sei, wie es zum Beispiel in der klassischen Malerei mit Pinsel und Farbe passiert. Es mag aber auch sein, dass einige Künstler die Airbrush-Technik ablehnen, da ihnen der technische Anteil gegenüber dem künstlerischen Anteil zu hoch erscheint. Immerhin braucht man in der Regel auch Masken, Abdeckungen und Schablonen, um den schwer kontrollierbaren Sprühnebel der Farben gezielt auf den Untergrund zu bringen.

Die Airbrush-Technik lässt auch die individuelle Handschrift eines speziellen Künstlers oftmals in den Hintergrund treten. Bei den traditionellen Maltechniken kann man diese Handschrift des Malers deutlich erkennen, da jede kleine Bewegung des Pinsels oder Zeichenstift direkt im Kunstwerk sichtbar wird. Bei Airbrush unterscheiden sich die Werke zwischen den Künstlern oftmals kaum, da ähnliche Vorlagen und Schablonen verwendet werden und Feinheiten mit der Airbrush-Pistole oft nicht umsetzbar sind.

Die Diskussion über Airbrush und Kunst erinnert durchaus an die unterschiedlichen Meinungen zu Rolle der Fotografie in der Kunst. Je fotorealistischer Kunst ist und wird, umso stärker findet auch eine Auseinandersetzung mit dem Begriff Kunst statt.

Foto: (c) Paul Fleet – Fotolia; (c) Luis Louro – Fotolia