Aquarellpapier


Zwischen Künstlern der Aquarellmalerei, unabhängig davon ob sie beruflich malen oder diesem schönen Hobby in ihrer Freizeit nachgehen, gibt es oft regen Erfahrungsaustausch über die gemalten Motive und verwendete Farben und Pinsel. Erstaunlicherweise hört man relativ selten lange Diskussionen über die Art und die Wahl des Maluntergrunds. Abgesehen davon, dass Papier im Prinzip der wichtigste und in der Aquarellmalerei für viele Maler auch der einzig verwendete Malgrund ist, stellt es damit aber auch eine der wichtigsten Komponenten dar.

Die Wahl des Papiers


Es hilft kaum, wenn man hochwertige und teure Aquarellfarben verwendet und bei der Wahl des Papiers nicht sorgfältig vorgeht. Immerhin bilden das Papier, die Farben und das Wasser in der Aquarellmalerei eine untrennbare und wichtige Einheit.

Was sollte man in diesem Genre der Malerei von einem guten Papier erwarten? Einerseits soll das verwendete Papier dem Wasser die Chance zum ungehinderten Fließen geben, aber andererseits soll das Wasser möglichst auch schnell aufgenommen werden.. Dazu muss sich das Aquarellpapier aber in gewisser Weise während des Malvorgangs verändern und leicht ausdehnen. Diese Ausdehnung muss aber nach dem Trocknen wieder in die alte Form zurückgehen. Man möchte immerhin nur ungern extreme Welligkeiten und Formveränderungen nach dem Malen eines schönen Werkes hinnehmen.

In der Aquarellmalerei sollte ein Teil der Farben vom Papier absorbiert während gleichzeitig ein Farbauftrag an der Oberfläche haften. Genau diese feine Abstimmung zwischen den porösen Eigenschaften eines Papiers und den Haftungsmöglichkeiten der Aquarellpigmente machen den Reiz eines Aquarellbildes aus. Die Papieroberfläche sollte leicht gekörnt sein, was den homogenen Farbauftrag erleichtert.

Die Aufnahmefähigkeit von Wasser erreicht man bei gutem Aquarellpapier durch die Verwendung eines hohen Baumwollanteils. Dieser sollte bei mindestens 50 % liegen und gibt dem Papier auch noch eine gewisse Elastizität in Kombination mit der gewünschten Festigkeit.

Beschichtung des Papiers

Aquarellbilder haben meist einen leichten Glanz, der durch die Beschichtung des Papiers mit Gelatine hervorgerufen wird. Genau dieser Oberflächenüberzug garantiert, dass die Farbpigmente nicht zu tief und ausschließlich in das Papier eindringen. Man muss bei den heute verfügbaren Aquarellpapieren meist nicht mehr darauf achten, auf welcher Seite man malt, da das Papier in der Regel beidseitig beschichtet ist. Dies erreicht man in der Produktion von Aquarellpapier einfach durch das Eintauchen des Papiers in ein Gelatinebad.

Aquarellpapier ist meist weiß und nur in seltenen Fällen mit einem anderen Farbton versehen. In früheren Jahren wurde es in Bögen handgeschöpft. Diese Produktion ist sehr teuer, auch wenn sie zu einer sehr guten Qualität führt. Man bekommt auch heute noch handgeschöpftes Papier, das aber wie erwähnt seinen Preis hat.

Für den Einsteiger in die Aquarellmalerei ist es meist nicht einfach, sich für ein Papier zu entscheiden. Es gibt einfach ein riesiges Angebot in allen Qualitäts- und Preisklassen. Viele der Hersteller bieten allerdings auch kleine Testblöcke an, die man zum Beispiel auf Messen und Ausstellungen als Werbung kostenlos bekommt. Empfehlenswert für Einsteiger sind auch die Zusammenstellungen verschiedener Papiersorten in einer Packung. So kann man die Papiere ausprobieren und man wird sich relativ schnell für  die der Malweise, das vorhandene Budget und den eigenen Geschmack besten Aquarellpapiere entscheiden.

Flächengewicht

Die Dicke eines Papiers wird  durch das Papiergewicht angegeben. Die Gewichtsangaben auf den Packungen der Hersteller beziehen sich auf das Gewicht pro Quadratmeter. Das Angebot von Papieren umfasst etwa einen Bereich von 190g/m2 bis 800 g/m2.

Erfahrungsgemäß lohnt es sich allerdings kaum Papiere unter einer Mindeststärke von 250 g/m 2 zu probieren, da sich dieses beim Trocknen einfach zu stark wellt. Empfehlenswert sind Papiere mit einem Flächengewicht ab 300 g/m2. Dieses kann direkt verwendet werden, ohne dass es aufgespannt werden muss.