Federkiele zum Schreiben


Traditionelle historische Federn

Federkiele

Der Federkiel ist die bekannteste und traditionsreichste Schreibfeder. Die besten Schreib- und Zeichenfedern werden von den Straußen, Schwänen, Gänsen und Raben erhalten.V on der Antike bis zum Mittelalter wurden echte Gänsefedern zum Schreiben auf Papyrus und Pergament verwendet.

Manche Kalligraphen bestehen darauf, dass es kein besseres Schreibwerkzeug gibt. Man braucht einiges Geschick, um die Feder so zuzuschneiden, dass mit ihr über längere Strecken geschrieben werden kann. Da sie sich schnell abnützt und weich wird, muss sie schon nach kurzer Zeit nachgeschnitten werden. Für den Anfang empfiehlt es sich, mit einer Bambusfeder (aus Norfolk-Bambus zu üben. Bereits zugeschnittene Federn sind ebenfalls erhältlich.



Gänsekiele

Schon früh dienten Gänsekiele den verschiedensten Zwecken des praktischen Lebens. So berichtet der römische Dichter Martial um 90 n. Chr., dass sie als Zahnstocher Verwendung fanden.
Die erste Erwähnung des Gänsekiels als Schreibgerät findet sich um 624 n. Chr.  Um 700 n. Chr. erwähnt Adelhalmus, der Angelsachse, die Pelikanfeder als Schreibgerät.

Welche Kiele können wir verwenden, um selbst eine Schreibfeder herzustellen? Federn von Käfig-, Stall- und Masttieren sind aufgrund ihres unterentwickelten Federkleides und  aufgrund des eingeschränkten Bewegungsraumes nicht wirklich brauchbar.

Wer sich eine gute Feder zubereiten will, sollte von den besten Gänsekielen nehmen. Die äußersten vier Federn eines jeden Flügels, die der Gans im Frühling von selbst ausfallen, eignen sich dazu am besten, da sie von Natur aus die härtesten sind.
Einen guten Gänsekiel erkennt man daran, dass die Spitze etwa zwei Daumen breit wie ein Fingernagel etwas milchiger durchschimmernd ist und erst danach in den deutlich weißeren Teil übergeht. Stehen keine Kiele solcher Qualität zur Verfügung, so lassen sich andere entsprechend zubereiten.

Übrigens, früher konnte man von jeder Gans  durchschnittlich zehn bis zwölf gute Kiele erhalten Fast 30  Millionen Kiele pro Jahr wurden allein von St. Petersburg nach England exportiert.