Aquarellmalerei


Die Aquarellmalerei basiert auf einer Maltechnik unter Verwendung lasierender Farben. Sehr gute Leuchtkraft und Transparenz lassen Aquarellfarben zu einem einzigartigen und beliebten Malmedium werden. Reine Aquarellfarben enthalten im Prinzip kein Weiß, da man ohnehin dünne und quasi durchsichtige Farbschichten in der Regel auf weiße Malgründe aufträgt.

Die Bezeichnung „Aquarell“ leitet sich von dem lateinischen Wort „aqua“ für Wasser ab, so dass man die Aquarellmalerei auch als Wasserfarbenmalerei bezeichnen könnte. Das Wasser agiert allerdings bei dieser Maltechnik nur als Transportmittel zwischen den eigentlichen Aquarellfarben und dem Maluntergrund, die Pigmente sind in der Regel mit einem Bindemittel verfestigt. Die Bindemittel haben hier allerdings lediglich die Funktion, die Aquarellfarben lagerfähig und gebrauchsfertig zu halten, bis sie dann tatsächlich benutzt und vermalt werden. Aquarellfarben werden im Handel als Paste in Tuben oder als feste Farbstücke, sogenannte Farbnäpfe, angeboten. Den Ursprung bildet eine fein angeriebene Aquarellfarbenpaste, die dann beim Hersteller entweder flüssig in Tuben abgefüllt oder zu Stücken verschiedener Größen verarbeitet werden.

Aquarellfarben sind außergewöhnlich vielseitig. Bei Verwendung hochwertiger lichtbeständiger Pigmente und säurefreien Maluntergründen sind Aquarelle sehr beständig und die Langlebigkeit von Aquarellfarben ist durchaus mit der anderer Malmedien vergleichbar.


Man kann sagen, dass die Aquarellmalerei zu den ältesten Maltechniken der Menschheit gehört. Das Malen mit Aquarellfarben begeisterte die Menschen schon seit sehr vielen Jahrhunderten, was sich in vielen Funden widerspiegelt. Sogar in 4000 Jahre alten ägyptischen Totenbüchern fanden sich Aquarell-Illustrationen. Allerdings wurden Aquarellbilder lange Zeit nicht als eigenständige und wertvolle Kunstwerke angesehen. Selbst berühmte Maler wie Albrecht Dürer, der der Aquarellmalerei sicherlich einen enormen Aufschwung verschaffte, verwendeten diese Technik in der Regel nur zu Studienzwecken oder als Vorstufe zur Schaffung von Bildern auf Ölbasis. Zu den ersten Pionieren, welche die weiten Möglichkeiten der Aquarellfarben erst richtig erkannten und anwendeten, zählen Künstler wie Paul Sandby (1731-1809), dessen künstlerische Arbeiten sowohl transparente als auch deckende Malverfahren umfassen, und J.R. Cozens (1752-1797), der fast überwiegend transparente Maltechniken anwandte.

Ein großer Vorteil der Aquarellmalerei liegt darin, dass eine komplette Malausrüstung in der Regel sehr klein und tragbar ist. Man braucht keine umfangreichen und teuren Hilfsmittel. Gleichzeitig ist auch der Aufwand für Vorbereitung des eigentlichen Malvorgangs sehr überschaubar und kurz. Die Nacharbeiten wie die Reinigung der Pinsel und Materialien sind auch einfach und nicht sehr zeitaufwändig. Dazu kommt auch, dass selbst die guten Aquarellfarben meist billiger als Öl- oder Acrylfarben vergleichbarer Qualität sind. Kosten für Aquarellpapier oder Malpappen sind gegenüber Leinwänden und Keilrahmen ebenfalls eher vernachlässigbar. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich besonders im Hobbybereich die Aquarellmalerei sehr großer Beliebtheit erfreut und viele Volkshochschulen und Hobbygeschäfte eine breite Auswahl an Malkursen zur Aquarellmalerei anbieten.