Aquarellfarben



Aquarellfarben sind im Prinzip Leimfarben und bestehen aus Binde- und Lösemitteln, Pigmenten und Füllstoffen. Die Hauptkomponenten ihrer Bindemittel sind wasserlösliche Klebstoffe.  Als Bindemittel werden meist wasserlösliche Klebstoffe wie Gummi arabicum, Tragant, oder Dextrin verwendet. Das Lösemittel ist Wasser. Zusätzlich können Netzmittel, Konservierungsmittel und Feuchthaltemittel wie Glycerin, Glykole und Zucker in die Verarbeitung einbezogen werden.

Aquarellfarben werden im Handel hauptsächlich in zwei Varianten angeboten. Das ist zum einen die pastenförmige Aquarellfarbe, die in Tuben angeboten wird, und andererseits die feste Aquarellfarbe, die in so genannten Näpfchen verkauft wird. Die Tuben sind in der Regel nicht sehr groß, da die pastöse Aquarellfarbe sehr ergiebig ist und im Gegensatz zu anderen Farben nur kleinste Mengen pro Kunstwerk benötigt werden.
Bei der festen Variante in Näpfchen gibt es hauptsächlich zwei Größen :

– Das halbe Näpfchen (ungefähr 1,5 x 2 cm)

– Das ganze Näpfchen (ungefähr 2 x 3 cm).

Die meisten Künstler bevorzugen die feste Aquarellfarbe in den Näpfchen, da sich die Farbe besser und sparsamer dosieren lässt. Die Aquarellfarbe in Tubenist allerdings bei sehr großflächigen Werken durchaus von Vorteil. Aber man hat ohnehin die Wahl, da fast alle großen Hersteller von Künstler-Aquarellfarben ihre Farbtöne in beiden Varianten anbieten.

An dieser Stelle kommt eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Eigenschaften und Vorteile von Aquarellfarben:

Aquarellfarben sind wasserverdünnbar und jederzeit wieder wasserlöslich

Wie die Bezeichnung der Aquarellfarben schon vermuten lässt – es sind wasserverdünnbare Farben. Selbst die festen Künstleraquarellfarben in der Näpfchenform lassen sich bereits mit minimalen Mengen von Wasser leicht anlösen. Zusätze in den Aqurellfarben sorgen dafür, dass in den Näpfchen immer eine gewisse Restmenge an Wasser zurückbleibt. Dadurch wird das Wiederanlösen der verwendeten Pigmente und Bindemittel zusätzlich postiv gefördert.

Aquarellfarben verlieren durch die die Art der eingesetzten Bindemittel auch nach dem Verdunsten des Wassers nicht ihre Löslichkeit. So kann auch jeder eingetrocknete Farbrest auf einer Palette weiterhin verwendet werden. Nachteil dieser Eigenschaft ist allerdings, dass auch die fertigen Aquarellbilder jederzeit eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit aufweisen. Ein Schutz vor Nässe und hoher Luftfeuchtigkeit ist daher dringend notwendig.

Aquarellfarben lassen sich untereinander sehr gut mischen

Die sehr gute Mischbarkeit von Aquarellfarben erlauben auch dem Einsteiger in die Aquarellmalerei die Anschaffung und Beschränkung auf einige wenige Farbtöne. ein Anmischen und Austesten der Farbwirkung auf einem ähnlichen Papier oder Malgrund, wie für das eigentliche Werk verwendet, ist sinnvoll, da die Impression der Farben stark vom speziellen Malgrund abhängt.

Nachdem man mit einiger Übung ein gewisses Gefühl für die Mischmöglichkeiten und die Farbeindrücke gewonnen hat kann deiser Zwischenschritt meist unterbleiben. Übrigens, bei Mischvorgängen mit deckendem Weiß ist Sparsamkeit und Vorsicht geboten. Man verschätzt sich schnell und kommt dann zu sehr lasierenden Farben, die nicht dem gewünschten Farbeindruck hinterlassen.

Aquarellfarben trocknen schnell

Je nach verwendetem Malgrund und den Umgebungsbedingungen beim malen geht das Trocknen der Aquarellfarbenaufstriche sehr schnell. Da auch oft direkt in der Natur gemalt wird und ein leichter Wind vorherrscht sind Aquarellfarben meist in wenigen Minuten getrocknet.

Aquarelle sind lichtempfindlicher als Öl- und Acrylbilder

Auch wenn zur Herstellung von Künstleraquarellfarben meist nur die besten und lichtbeständigsten Pigmente eingesetzt werden so ist doch ihre Konzentration in einem Aquarellaufstrich deutlich geringer als bei einem ÖI-oder Acrylbild.  Da außerdem die Bindemittel der Aquarellfarben fast vollständig in den Untergrund einziehen liegen die eigentlichen Farbpigmente fast ungeschützt Oberfläche des Malgrunds. Daher neigen Aquarelle eher dazu im direkten Sonnenlicht zu verbleichen als es bei ÖI-oder Acrylbildern der Fall ist.
Man sollte daher die Aquarellwerke nie direkter und intensiver Sonnenbestrahlung aussetzen. Mit Hilfe von Rahmen mit Glas kann man den einfluss von UV Licht schon reduzieren und gleichzeitig den Schutz Verschmutzung deutlich reduzieren. Man könnte natürlich auch Aquarellbilder durch Auftrag von Firnisse schützen, aber dies ist weitgehend unüblich, da sie den speziellen Eindruck des Aquarells sehr negativ beeinflussen würden.